92 – Grenz -überschreitung im Alltag

92Tor

Wie viel Zeit

bringe ich jeden Tag (her)um,

mit Gedanken darüber,

dass dies(e)

so schnell wie möglich

vergehen soll,

weil

die Personen, die mich umgeben

laut und wichtigtuerisch agieren –

besserwisserisch argumentieren –

unverbunden dasitzen –

nicht dazugehörig auffallen –

die Stimmung, die ich wünsche, stören.

weil

die sie füllende Aktivität

stressig fordert –

langweilt –

anstrengt –

bedeutungslos erscheint –

mühselig lastet –

nicht dem entspricht, was gerade von mir gewünscht ist.

Dies

obwohl meine Zeit

bemessen, knapp und wertvoll ist –

Zu üben bleibt

die kleine Grenzüberschreitung im Alltag

wie Lenka Reinerova sie beschreibt:

„Uns alle erwartet ein unausweichliches Ende.

Aber bis dahin können wir unser Leben mitgestalten.

Wir können Anteil nehmen an den Begebenheiten in der Welt. …

Kraft und Energie in dem Maße nützen,

das jedem von uns gegeben ist.

Für mich ist dieses Bewusstsein von solcher Bedeutung,

dass ich mich sogar bei der verrückten Erwägung ertappt habe:

Und was werde ich tun,

wenn ich gestorben bin?“

(Reinerova, L.)

28 Kommentare zu „92 – Grenz -überschreitung im Alltag

  1. Grenzen selbst zu überschreiten um kleine Zeichen zu setzen, um vielleicht durch das eigene tun die Welt ein ganz klein wenig zu verbessern. Ein hehres Ziel angesichts der Tatsache, dass die Grenzüberschreitungen der anderen einen dazu nötigen, entweder gegen Windmühlen zu kämpfen oder die eignen Grenzen enger zu ziehen. Bis zur maximalen Einengung. Bis nur die eigne Haut Grenze ist. Und selbst die wird immer dünner und verletzlicher. Aber vielleicht wird kurz vor der endgültigen Auflösung ein schwaches ausatmen zur Grenzüberschreitung des Lebens und setzt ein Zeichen an die anderen, die Welt ein ganz klein wenig verbessern zu wollen.

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  2. Hier einmal ein nicht ganz so erster Kommentar. U.z. habe ich den Text heute von meiner angehenden Schwiegertochter Sarah per What’s App erhalten:

    Heute ist der Internationale Tag der gut aussehenden und verdammt klugen Männer. Also sende diese Nachricht an jemanden, auf den diese Beschreibung perfekt passt. Und denke immer an die Devise:
    Das Leben sollte keine Reise sein mit dem Ziel in einem attraktiven, gesunden Körper ins Grab zu steigen.
    Wir sollten lieber seitlich hinein rutschen, mit Schokolade in der einen und einer Flasche Whiskey in der anderen Hand, der Körper total abgerockt und verbraucht aber glücklich schreiend:
    „Wow, was für eine wilde Fahrt!“
    Habe einen wunderbaren Tag! Wenn das Leben Dir Zitronen schenkt, frag nach Tequila und Salz! Und denk immer daran „Mann“ lebt nur einmal….
    Sende diese Nachricht an fünf wundervolle, kluge Männer und es passiert wie immer – GARNICHTS!!!
    Aber du bringst sie wenigstens zum grinsen.

    LG Werner

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    1. Ja, ich verstehe sehr gut, was du meinst – und dennoch: nach meiner bisherigen Lebensentwicklung kann ich für mich sagen, dass mir das nicht ganz ausreicht. Irgendwie habe ich – ob gut oder schlecht, richtig oder falsch – für mich einen Anspruch an mein Leben, der damit zusammenhängt, dass ein ganz kleines bisschen etwas auf der Welt geändert und zwar irgendwie verbessert sein sollte durch mein Zutun, wenn ich denn weg bin – das kann größenwahnsinnig sein – aber ich glaube ja an göttliche Hilfe (mit meinem Gott überspringe ich Mauern – oder – Wenn Gott für mich ist, wer kann dann gegen mich sein?) und dann werden, so spüre ich es in mir – ungeahnte Kräfte frei …

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      1. Mein Nachbar und gleichzeitig Freund ist viel in den USA unterwegs. Von einem seiner dortigen Facebook-Freunde hat er mir soeben in Kopie einen Beitrag geschickt, der (allerdings in englischer Sprache) vielleicht auch ganz gut zu Deinem Thema passt:

        „A man went to a barbershop to have his hair cut and his beard trimmed. As the barber began to work, they began to have a good conversation. They talked about so many things and various subjects. When they eventually touched on the subject of God, the barber said: ‚I don’t believe that God exists.‘

        ‚Why do you say that?‘ asked the customer. ‚Well, you just have to go out in the street to realize that God doesn’t exist. Tell me, if God exists, would there be so many
        sick people? Would there be abandoned children?

        If God existed, there would be neither suffering nor pain. I can’t imagine a loving God who would allow all of these things.‘ The customer thought for a moment, but didn’t respond because he didn’t want to start an argument. The barber finished his job and the customer left the shop.

        Just after he left the barbershop, he saw a man in the street with long, stringy, dirty hair and an untrimmed beard. He looked dirty and unkempt.The customer turned back and entered the barbershop again and he said to the barber: ‚You know what? Barbers do not exist.‘ ‚How can you say that?‘ asked the surprised barber. ‚I am here, and I am a barber. And I just worked on you!‘ ‚No!‘ the customer exclaimed. ‚Barbers don’t exist because if they did, there would be no people with dirty long hair and untrimmed beards, like that man outside.‘

        ‚Ah, but barbers DO exist! That’s what happens when people do not come to me.‘
        Exactly!‘ affirmed the customer. ‚That’s the point! God, too, DOES exist! That’s what
        happens when people do not go to Him and don’t look to Him for help. That’s why there’s so much pain and suffering in the world.‘ “

        LG Werner

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  3. Doch da kommt der Gedanke: Was ist, wenn einer dieser Menschen, die einem die Zeit stehlen, jener ist, den man durch seinen achtenden Blick für das Himmelreich gewinnen soll? Wenn man augenblicklich der Einzige ist, der vorgesehen, zu ertragen, um zu retten. Und kann mir etwas gestohlen werden, dass ich gar nicht besitze? Zeit. Ist sie mir doch bloß gegeben.
    Einer Stimmung nachzulaufen, ist wie ein Hund, der seinen eigenen Schwanz erwischen will. Ein Spiel mit sich selbst, obwohl man zur Beziehung geschaffen.
    So ist es im Grunde auch eine Gnade, dass wir das Maß der uns gegebenen Zeit nicht kennen. Wir können so leben, als wäre jede Begegnung die letzte und die erste. Denn jede Zeit ist Geschenk und wir bestimmen mit der uns geschenkten Freiheit, welchen Wert sie erhält.

    Möge jede Begegnung mich in der Kraft des Herrn dazu bewegen, das Gute und meine Liebe im anderen zu finden! Weil in jeden anderem auch Gott, die Liebe, gegenwärtig ist. Amen.

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    1. Auch hier kann ich wieder zustimmen: Mir ging es vor allem auch darum, dass das Tun vor dem Hintergrund zu sehen, dass es mich so sehr erfasst, dass ich dir Frage stelle, was mach ich eigentlich, wenn ich gestorben bin … (dementsprechend eben nicht unbedingt das große Jammern anzustimmen, sondern das TUN. Allerdings kenne ich auch die Situationen, in denen ich mit mir machen lasse, obgleich ich ganz deutlich spüren (könnte), dass meine Entscheidung und dann mein Tun (woanders) gefordert wäre. Bequemlichkeit oder anderes hält mich davon ab …

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  4. Heute habe ich es tatsächlich geschafft wieder zu kommen und zu lesen….
    Erstaunlich, was einem alles auffällt, wenn man so bewusst und endlich lebt.
    Es ist so wertvoll, dass du daran Teil gibst liebe Cäcilia.
    Danke für deine Gedanken und Worte, ebenso wie für die reichhaltigen Worte
    von Reinerova .L.

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  5. Nun ist deine (Experiment)Zeit schon wirklich knapp bemessen. Ich frage mich, wie es dir geht? Wie wird dein „Ende“ ausschauen? Wie nutzt du deine Tage? Was lässt du weg? Was hat sich in diesen 100 Tagen geändert? Waren da Erwartungen? Ent-Täuschungen? Neue Sichtweisen?

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  6. Warum so gehetzt? Du kannst eh nicht alles erreichen, was Du vom Leben erwartest! Und weisst Du/wissen wir denn überhaupt, ob es wichtig ist, irgendetwas mit „hinüber“ zu nehmen oder zerfliesst vielleicht alles im Nichts?
    Aber wir haben ja auch noch neben den grossen Zielen und grossen Fragen die Möglichkeit im Kleinen NEIN zu sagen, zu Leuten, die wir nicht mögen, die uns nicht zuhören. Oder?

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    1. Neine , gehetzt sollte es insofern nicht klingen, als es mir viel eher darum ging, aufzuzeigen, dass – wenn meine Arbeit mich anspricht, sie sogar so wichtig sein kann, dass ich sie „in den Himmel“ verschiebe …

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  7. Dein Job ist reinstes Heldentum , ich könnt das nicht
    Ohne jegliche Ironie oder Abschwächung
    Ich würd die alle zusammen sch … tauchen … in kaltes Wasser tauchen wäre auch ne Variante … ich hab gut lachen, ich weiß …

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  8. Guten Morgen, Reiner,
    bitte nicht wundern…
    du hast einen Kommentar geschrieben, auf den ich geantwortet habe. Leider – wie gerade auch – am Handy😕 – beim Wegschicken ist alles verschwunden. 😠
    Ich hoffe, heute Abend am Computer alles wieder zu finden und dann frei zu schalten …

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    1. Dein Kommentar ist – MISTMISTMIST – verschwunden. Ich verstehe das nicht! Keine Ahnung, was ich angestellt habe – aber er ist nirgends mehr auffindbar! Bitte entschuldige. Das soll nicht heißen, das ich ihn nicht gut fand – das Gegenteil ist der Fall. Ich hatte auch eine lange Antwort formuliert – alles weg! 😦

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  9. Geht mir ebenso. Man arrangiert sich, nicht jede Auseinandersetzung ist es wert, geführt zu werden. Bis zu einem gewissen Grad lasse ich mein liebes soziales Umfeld, wie es ist, nebenbei jede Gelegenheit nutzend, Einfluss zu nehmen, wohl wissend, dass dem enge Grenzen gesetzt sind.
    Mancher Traum hat sich auf diesem Wege als bloße Illusion erwiesen. Sei`s drum. Privat habe ich die Wahl, beruflich eher weniger. Dinge, die ich nicht zu ändern vermag, muss ich hinnehmen, darf ich lernen, hinzunehmen. Will ich das nicht, zahle ich meinen Preis dafür. Ebenso zahle ich, wenn ich Dinge, die ich zu ändern vermag, nicht angehe.. Gelegenheiten ungenutzt verstreichen lasse. Tun und lassen nicht einordnen kann.
    Oft bin ich mit mir selbst allein, die letzten Jahre.
    Und ich muss sagen, es fühlt sich zunehmend besser an 😉
    Grüße & einen guten Morgen Dir!

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    1. Mit mir selbst allein, das habe ich sehr zu schätzen gelernt und empfinde es im Gegenteil nicht mehr als etwas, wovor ich Angst haben müsste, sondern als etwas Wertvolles. Allerdings geht es mir so, dass ich manchmal erst zu mir kommen muss, weil so viel los ist, so dass das Allein-Sein zunächst schwierig ist.
      Entscheiden ist das eigentlich schwierige, aber ohne geht es nicht. Die Entscheidung ist wohl im Gegenteil das, was mein Leben dann letztlich in meinem Bewusstsein auch zu meinem Leben macht – und damit auch Zufriedenheit auslösen kann. Es bleibt nämlich dann niemand anders, den ich verantwortlich machen kann und ich bin nicht das Opfer!
      Dass Träume, die ich verfolgt habe, für die ich entschieden eingetreten bin, plötzlich Illusionen sind, kommt mir bekannt vor – manchmal bleiben sie Träume, aber Alpträume …
      … Ich freu mich, dass ich deinen Kommentar wieder gefunden habe! Schönen Abend dir!

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  10. Zwei GEDANKEN dazu über den Begriff GRENZEN:
    *
    Menschliche Grenzen
    Jeder MENSCH
    lebt in den GRENZEN
    seiner WIRKLICHKEIT.
    Deren
    BEENGTHEIT oder
    WEITE,
    OFFENHEIT oder
    VERSCHLOSSENHEIT
    werden
    von seinem gelebten WILLEN
    bestimmt.
    ___
    (C) PachT 2008
    https://einladungzupachtsblog.files.wordpress.com/2014/10/7962308_4f3f3801a5_m.jpeg
    ___
    Grenzen der Freiheit schützen
    Die FREIHEIT in einer Gesellschaft
    muss in ihren GRENZEN gesehen, gelebt und geschützt werden.
    Die FREIHEIT aber über ihre GRENZEN hinaus
    zu idealisieren oder gar zu instrumentalisieren,
    birgt die GEFAHR einer sich schleichend entwickelnden
    strukturellen VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT
    in POLITIK und WIRTSCHAFT,
    bis hinein in die FAMILIEN in sich …
    ___
    © PachT 2008
    https://einladungzupachtsblog.files.wordpress.com/2013/03/6902685_394c4ab6f7_m.jpeg
    Ein erholsames Wochenende in geordneten Grenzen … PachT

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