51 – Einladung – Ein Märchen?

Heute habe ich eine kleine Gesellschaft zu mir eingeladen!

Ich hatte beschlossen, meine Zeit zu feiern.

Auf der Einladungsliste standen gute Freunde,

von denen sich einige immer wieder mal rar gemacht hatten:

Zufriedenheit

Neugier

Großzügigkeit

Gelassenheit

Wohlwollen …

Überraschungsgäste wollte ich nicht von vornherein ausschließen.

So kam es, dass ich nicht überrascht war, als es an der Tür läutete,

obwohl alle geladenen Gäste schon eingetroffen waren,

sondern mich freute!

Ich öffnete und zwei Männer standen vor mir.

Sie kamen mir bekannt vor, aber ich konnte sie nicht sofort richtig einordnen.

Gut, dachte ich, es ist doch ein wenig weiblicher Überhang –

und bevor ich sie freundlich begrüßen und hereinbitten konnte,

drängten sie sich an mir vorbei

und mischten sich zwanglos unter die Gäste und in die Unterhaltungen.

Ich wollte die Tür schließen, da sah ich noch zwei Frauen heraneilen,

die sich wortlos an mir vorbeischoben und amTisch Platz nahmen.

Zunächst wunderte ich mich,

wieso die anfänglich gute Feierstimmung sich mehr und mehr verwandelte.

Die Unterhaltungen wurden zum Teil lauter,

teilweise verstummten sie.

Die Offenheit in den Blicken verschwand.

Plötzlich erkannte ich die Ungeladenen!

Es waren die Nachbarn:

Die Ehepaare Neid und Zwietracht

und deren gut befreundetes Paar Ärger und Wut.

Jetzt war guter Rat teuer, denn ich kannte sie:

Wenn die sich einmal irgendwo niedergelassen hatten, war ihr Sitzfleisch ausdauernd.

Sie blieben meist bis zum Schluss einer Feier oder sogar über Nacht und länger

und drängten sich überall in den Vordergrund.

Die Folge:

die ursprünglich Eingeladenen fühlten sich nicht mehr wohl, verließen das Fest

und überlegten bei der nächsten Einladung lange, ob sie diese annehmen sollten.

Warum hatte ich die Nachbarn überhaupt eingelassen?

Ja, wie so oft,

hatten sie sich mal wieder so gut verkleidet …

… und ich war unaufmerksam gewesen!

Was tun?

Ich erkannte, dass jetzt ein Stoßgebet notwendig war, denn ich alleine hatte die vier nicht mehr im Griff!

„Himmel, hilf!“

In dem Moment betrat durch die Hintertür ein weiteres Paar, das ich sehr bewundere, das Haus:

Liebe und ihr Partner Friede.

Schüchtern schauten sie sich um:

Sofort lief ich auf sie zu

und machte auch die geladenen Gäste auf sie aufmerksam.

Wir nahmen die zwei in unsere Mitte und sie bekamen einen Ehrenplatz.

Viel hatten sie zu erzählen.

Die beiden Nachbar-Paare stänkerten noch eine Weile gehässig vor sich hin,

aber sie konnten sich einfach nicht mehr in den Mittelpunkt des Geschehens drängeln.

Erfreut stellte ich irgendwann fest, dass sie wohl gegangen sein mussten,

denn ich konnte sie nirgends mehr finden.

NIEMAND VERMISSTE SIE.
Im Verlaufe unserer Feier sagten die fünf geladenen Gäste:

„Übrigens, wir haben noch einen Überraschungsgast!

Öffne doch bitte die Tür und lass ihn ein!“

Ich lief schnell zu Haustür und öffnete sie.

Da stand der Humor –

Was für eine Freude!

Ich umarmte ihn lange.

Wir setzten uns alle an den Tisch, aßen und tranken gemeinsam und hatten noch eine wirklich gute Zeit!
Ein Märchen? –

Was davon kann ich in meiner Zeit WIRKLICH werden lassen?

Kann ich mein Leben zum Fest werden lassen?

(Ich nehme mir vor, ganz genau zu schauen, wen ich bei mir einlasse!)

54 Kommentare zu „51 – Einladung – Ein Märchen?

  1. Die von mir genannten Gesellen trägt jeder von uns mehr oder weniger in sich.
    Es kommt nur auf die Umstände an , damit sie ans Licht kommen.(z.b. Alkohol , der ja bekanntlich oft die waren Gesichter erscheinen läßt, manche werden sogar dadurch noch schöner,also so rein äußerlich 😁).
    Ich wünsche Dir , daß es bei Deine(n) Feste(n) nicht dazu kommt. 😉🙂.

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  2. Es gibt noch andere Gäste , die bei diesem Fest eingeladen werden könnten : Hochmut , Eitelkeit, Gier und Maßlosigkeit, Geiz und Kleinlichkeit, Eifersucht und Egozentrik ……und und und.
    Ein Fest zu machen bedeuted sich auf Vielfalt ein zu lassen und auch negative menschl.Eigenschaften in Kauf zu nehmen und mit ihnen um zu gehen.
    Am liebsten werde ixch zu einem Fest eingeladen , dann kann ixch gehen , wenn es mir nicht mehr gefällt.
    Das hört sich egoistisch an, ist es auch 🙂. Ich habe mir diesen Egoismus mit den Jahren als Eigenschutz angeeignet, obwohl ich ihn früher verachtet habe.
    Das schlimmste , was man sich antun kann , ist nett zu sein, nur um es anderen recht zu machen.
    Man bekommt es nicht gedankt, im Gegenteil es macht krank und das ist dann den meisten auch egall.

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    1. Ja – wenn man mit den von dir genannten Gesellen umgehen kann, dann können sie (vielleicht) kommen. Ich würde mein Fest aber ganz unbedingt ohne sie feiern wollen! Und einladen? Nein, einladen würd ich sie ganz sicher NICHT! Es mag ja sein, dass ich sonst überall mit ihnen auskommen muss – aber nicht aufmeinem Fest … das wäre jetzt mein Egoismus!😊😊

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      1. Warum gerade 100 Tage ? Man soll doch jeden Tag leben, als wäre eer der letzte ?
        Danke liebe Cecilia Maria ? für die anregenden Gedanken.
        Friede sei mit Dir 😄 Namaste 🙂 und gut Schabbes .
        Dein im Text erwähntes Lied “ Kann ich mein Leben zum Fest werden lassen “ ist mir aber zu christlich gefärbt, also mit Jesus und so.

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      2. Ja – eigentlich. immer und jeden Tag! Aber mit dem Test hab ich halt mal bewusst gemacht. Wer weiß, wie es danach weiter geht.
        Und zum Lied: Ist eines,das zu mir und meiner Überzeugung passt! Das muss nicht zu jedem u. überall passen … 😊

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  3. Hallo Spinner 🙂. Natüüürlich will ich auch hier meinen Senf dazu geben 😉.
    Wo Menschen zusammen kommen, braucht man ein dickes Fell , um sie zusammen zu ertragen.
    Humor , Toleranz und auch Gelassenheit helfen dabei, wenn man zu den “ Dünnhäutigen“ zählt.
    (Humor aber nicht so, daß man andere damit verletzt und sich selbst in den Vordergrund schiebt !!, das ist auch eine ganz fiese Art des Kleinkrieges und schürt nur Aggressionen anstatt gute Stimmung zu machen) .

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    1. Danke für deine Gedanken. Es ist wahrscheinlich so, dass immer alle Gäste anwesend sind.
      Aber ich würd mir dennoch manchmal wünschen, dass die vier schnellen Wichtigtuer sich nicht immer so in den Vordergrund drängen!

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    1. Liebe Constanze, du bist jederzeit und immer wieder sehr gerne bei mir eingeladen! Ich freue mich über liebe Gäste, mit denen ich mein Gedankenmenü verspeise und die mir auch sagen, wenn die Würzung nicht ganz passt! Sei jederzeit willkommen! Grüße Cäcilia

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