18 – ICH werden

18 Ich werden

100 Tage so leben, als seien es die letzten, die mir bleiben …

mir – und dem, was mich ausmacht!

 

Aber wer bin ich?

Bin ich die,

… die im Beruf (mehr oder weniger) funktioniert, manchmal erfolgreich ist?

Bin ich die,

… die in privaten Beziehungen immer wieder ihren Platz sucht und diesen gelegentlich zu finden meint?

Bin ich …

… ein Bündel von z. T. (un-)erfüllten Hoffnungen, Sehnsüchten, Erwartungen?

BIN ich?

————

… und wenn es nur noch EIN Tag wäre:

Ich BIN nicht – ich WERDE!

Ich werde am Du zum Ich!

(Martin Buber – leicht geändert)

 

Wer ist das DU?

Wer ist mein Nächster?

 

Nicht der, den ich zum Objekt mache:

zum Objekt meines Handelns …

zum Objekt meines (Ich-)Werdens …

 

Ich BIN nicht – ICH WERDE –

ICH werde zum Nächsten,

zum DU für den anderen

den anderen –

den ich als Subjekt erkenne …

den ich in seiner Situation wahrnehme …

von dem ich mich anrühren lasse …

mit dem ich in Beziehung treten will.

 

Das DU zeigt sich mir je und je

neu

anders!

Es lässt sich nicht im Vorhinein bestimmen, festlegen, zum Objekt machen.

Das DU schenkt sich mir in jeder Begegnung, für die ich offen bin …

Es wird vom Fernen zum Nächsten,

nimmt meine ausgestreckte Hand

… und lässt mich ICH werden.

 

8 Kommentare zu „18 – ICH werden

  1. Ich möchte hier auch noch einen E-Mail-Kommentar, der an mich geschickt wurde einstellen.
    Manchmal sind die Worte ja leichter als das Leben!

    „ich werde- wenn ich nichts tue- ich werde ,wenn ich viel tue –ich werde, wenn ich schlafe – ich werde,wenn ich faulenze- ich werde sterben- ich werde, was soll ich denn werden? Eigentlich weiß ich es nicht. Ich suche, vielleicht werde ich mich finden. Muss ich eigentlich etwas werden? Die wenigsten Menschen werden – etwas – nichts –Hören auf, weil die Sicht fehlt – Dein Antlitz will ich suchen – sagt dr Beter. Werde ich dann, wenn ich es vielleicht gefunden habe. Was ist der Maßstab vom werde. Ich zweifle oft.“

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  2. Du hast ja meinen Beitrag „weil du uns menschlicher machst“ über die besondere Gabe unseres Kindes mit „Behinderung“ gelesen – witzigerweise hatte ich anfangs auf Buber Bezug genommen und auch das Zitat „Ich werde am Du zum Ich!“ drin…. Ich denke immer wieder darüber nach, dass genau diese Beziehungsphilosophie á la Buber eine Anthropologie wäre, welche es ermöglichen würde, Menschen in ihrer Vielfalt anzunehmen, vom Beziehungsgeschehen her und gerade auch bei „anderen“ Kindern, dieses transzendierte Du, welches letztendlich in der Liebe, die unser selbst überschreitet (und immer wieder neu herausfordert), uns zum Ich werden lässt, geschenkt wird…. 🙂

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  3. Sehr schön geschrieben, aber ich glaub nicht, dass es das gibt, diese Ich …
    Mein Ich ist immer die Summe sämtlicher Erfahrungen, Erlebnisse, Erkenntnisse …. bis JETZT … und somit jetzt schon wieder ein anderes als gerade eben noch …

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    1. Danke sehr für deinen Kommentar!
      Ich finde sehr viel Ähnliches in deinen Ausführungen zu dem, was ich zu sagen versuchte:
      Das Ich wird und wird und wird – und es wird – zumindest nach Buber, und ich kann ihm folgen – am Du.
      Ich verstehe das so, dass mein wirkliches, mir bestimmtes, wahres Ich, das was ich werden kann, letztlich sein könnte, im Zusammenhang mit dem DU steht. Vieles, was jetzt mein Ich ausmacht, ist davon weit entfernt. Würde ich nur noch wenige 82 Tage zu leben haben, wäre es mir extrem wichtig, dieses Ich, das alle meine Möglichkeiten in sich umfängt, noch zu entwickeln.!

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      1. Wenn das Ich sich vollendet, löst es sich auf … im Du in Selbst-losigleit … im menschlichen Du immer nur ein Moment … vorübergehend … aber da ist auch noch win anderes Du ….

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