100 Tage …

100 ist eigentlich eine beliebige Zahl. Gerade so beliebig schiene eine Entscheidung für  50 oder – sagen wir – 89 Tage.

Aber für 100 sprechen verschiedene Gründe.

Ganz einfach könnte man sagen, um einen Test durchzuführen und dessen Ergebnis mit einiger Aussagekraft zu belegen, sollte wohl auch eine gewisse Dauer gewählt werden, weil nur dann auch tatsächlich davon ausgegangen werden kann, dass das Ergebnis etwas mit dem Test zu tun hat. Diese Argumentation erscheint mit vom praktischen her am überzeugendsten.

Natürlich kann ich mich auch auf die metaphorische und symbolische Ebene beziehen, die letztendlich viel mehr aussagt als alle Praxis und die, wenngleich so geheimnisvoll, gerade deshalb zutiefst menschlich ist.

Da wird es dann spannend:

100 ist die Zahl des Übergangs von den zweistelligen zu den dreistelligen Zahlen. Damit eröffnet sie Neues.

Sie nimmt im AT eine wichtige Rolle ein als Zahl Gottes (vor allem im Zusammenhang mit Generationen und Geschlechtern) und tauscht dort deshalb als dreistellige Zahl sehr häufig auf.

100 gilt auch als Zahl der Freude! Was für eine Vorausdeutung für das Ende, wenn es denn ein Ende des Testes gibt! Denn die Zahl 100 gilt auch als die Zahl, die eine sehr lange, das Menschenleben überdauernde Zeit zum Ausdruck bringen soll oder auch eine große Menge.

Schön und überzeugend scheint die Entscheidung für 100 Tage, wenn darüber nachgesonnen wird, dass 100 für etwas Volles und Ganzes steht: 100% können nicht übertroffen werden.

Und im Märchen gibt es den 100jährigen Dornröschenschlaf, nach dem eine andere/neue Zeit beginnt.

Das mag genügen: 100 Tage also.

100 Tage so leben, als seien es die letzten, die ich zu leben hätte.

Das heißt aber dann auch: sich auf das Besinnen, was wirklich WESENtlich ist in meinem Leben, was mich ausmacht, zu dem macht, was ich bin, denn – je mehr ich mich mit dem Gedanken auseinandersetze, desto klarer wird, dass angesichts eines Endes in 100 Tagen auch und drängend die Frage nach mir und meiner Identität aufkommt. Was macht mich aus und inwiefern bringe ich genau diese Einzigartigkeit in meiner Lebenszeit zum Ausdruck.

Während ich über diesen Echtzeit-Test nachdenke, wird mir auch klar, dass mein Glaube in meinem Leben eine wesentliche Rolle spielt muss, aber eben MEIN Glaube. Der, der in allem Zweifel, in aller Kleinheit dennoch zumindest immer ein (Auf-)Gehobensein (übrig) bleiben lässt. Das scheint wenig – ist aber unbeschreiblich viel in einem unendlichen Universum.

 

9 Kommentare zu „100 Tage …

    1. 111 finde ich auch gut. Sieht als Zahl schön aus!

      Ja, eventuell könnte man davon ausgehen, dass das Experiment scheitern muss, aber ich glaube, es liefert dann gegebenenfalls doch Ergebnisse:
      1., weil ich – wenn ich ganz ehrlich zu mir bin – nicht einmal zwingend von einem Tag sicher ausgehen kann (vgl. das Zitat von Kierkegaard)
      und
      2. weil ich hoffe/glaube, allein die Vorstellung, dass 100 Tage und nicht mehr blieben – die Perspektive auf das Leben und damit das wirkliche Leben als solches zurecht rücken kann, weil es ja eben genau so ist, wie in 1. schon beschrieben.
      Deshalb bleib ich jetzt einfach mal dran.
      Vielleicht stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass alles für nichts gut ist … das werde ich dann schon sehen.

      Gefällt 1 Person

    1. Das Zitat, auf das ich mich bezog, sind genau genommen zwei Zitate:
      1. ‚Der Tod schaut dir jede Sekunde über die Schulter‘ und
      ‚Im Grunde genommen glaubt niemand an seinen eigenen Tod.‘

      Angesichts dessen scheint es mir interessant, davon auszugehen, dass jede Sekunde, jede Minute unbeschreiblich wertvoll ist.
      Reicht es angesichts dieses Wertes

      Gefällt 1 Person

      1. Liebender C.M.Spinner

        ..etliche Menschen sind der Überzeugung mit dem Ableben des Körpers ichvernichtet zu sein
        Der Leib mag absterben verfaulen oder verbrannt werden
        Wie ein Blatt im Herbst vom Baume fällt

        Die Seele ist der Unendlichkeit Kind
        Und der Geist ewig
        Davon ausgehend und zurückkehrend

        Gesegnet der Mensch der kein Totesgläubiger sein muss

        danke
        Joaquim von Herzen

        Gefällt 2 Personen

  1. HOPPLA
    Verzeihung, dass ich die Antwort unvollständig weggeschickt habe.
    Ich hab am Handy geschrieben und meine Wurstfingerchen sind irgendwo auf den falschen Knopf geraten.
    Hier die Fortsetzung
    … angesichts dieses Wertes zu sagen „Du lebst. Das ist das Entscheidende“?
    Ja – Leben ist eine Qualität als solches, aber vielleicht möchte ich mein Leben füllen, erfüllen und zwar – wo möglich – selbstbestimmt. Eben, wie auf der Seite „Idee“ beschrieben, nicht gelebt werden, sondern den eigenen Lebensteppich weben.
    Meine Vorstellung war, dass ein Echtzeit-Test dies vielleicht unterstützen könnte.
    Ob dem so ist, wird sich sicher erst im Laufe der Zeit herausstellen – deshalb ja 100 Tage, denn alles Neue ist per se mal neu und interessant. Aber tut sich auch noch was, wenn das Neue nicht mehr neu ist?
    Oder anders ausgedrückt, bleibt das Neue auch über 100 Tage neu, eben weil es um eine -art Perspektivenwechsel geht.
    Das finde ich interessant daran.
    Ganz lieben Dank für deinen Kommentar und bitte bring mich weiterhin dazu, meine Idee und meinen Test zu hinterfragen und (mir) damit Gelegenheit zu geben, genau darüber nachzudenken, was dieses Leben eigentlich ist.

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  2. Heute möchte ich mich ganz herzlich bei euch allen bedanken!
    Ich freue mich!
    Dass so viele meinen ver-rückten Test begleiten, beglückt mich.
    Dass diese Begleitung sich in Kommentaren ausdrückt, die zum Denken anregen und den weiteren Verlauf der 100 Tage mitbestimmen …
    damit habe in keiner Weise gerechnet – es macht mich ein wenig sprachlos!
    DANKE euch allen!
    Die kommenden Tage mit euren Ideen, eurem Mitreden …
    ich freue mich schon darauf!

    Gefällt 1 Person

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